8. Februar 2011

Tutorial: Bead Embroidery / Perlensticken Teil 2

Und hier jetzt der zweite Teil. So wird aus dem bestickten Stück Kunstleder ein tragbares Schmuckstück.

Teil 1 findet ihr hier.


Zunächst ein kleiner Zwischenschritt




Die Konturen habe ich mit 11er Delica bestickt. Als diese fertig waren, war es mir zu langweilig die Schaedelkatze nur aus Perlen zu machen, und so habe ich mir überlegt die Nase etwas anders zu gestalten um das Bild aufzulockern.
Zunächst habe ich mir ein kleines Strasssteinchen ausgewählt und mit Pattex aufgeklebt.

Und nun folgt eine Technik, die sich Peyote nennt. Damit habe ich den Sein eingefasst und falls der Kleber irgendwann nicht mehr hält, wird er anschließend trotzdem noch von den Perlen gehalten.
Das ganze funktioniert so:
Ihr umstickt das Nasensteinchen mit einer graden Anzahl von Perlen in Rückstich. Sobald der Ring geschlossen ist, nehmt ihr eine Perle auf, überspringt eine Perle der ersten Runde und fädelt die Nadel durch die folgende Perle. Dann nehmt ihr wieder eine Perle, überspringt die nächste der ersten Runde und fädelt durch die folgende. So baut sich langsam eine zweite Reihe auf, in der die Perlen der zweiten Runde genau über der ersten zu liegen kommen. Da sich das alles etwas komplizierter liest, als es tatsächlich ist, hier nochmal ein Link zur Technik.
Das gleiche habe ich dann noch einmal in einer dritten Reihe mit kleineren Perlen gemacht. Die Perlen der dritten Reihe liegen dann versetzt genau zwischen denen der zweiten und da sie so klein sind, bilden sie einen graden Abschluss. Nicht vergessen nach jeder Runde den Faden straff zu ziehen, damit sie der Kreis schließt.
Anschließend fädelt ihr dann mit dem Faden durch die Perlen zurück, so dass ihr wieder am Grund aufkommt und die Flächen ausfüllen könnt.


Beim Füllen habe ich darauf geachtet in welche Richtung ich Sticke. Die Knochen sind senkrecht zum Kopf und der Kopf eher rund bestickt. Das verleiht dem ganzen etwas mehr Struktur und Plastizität.


Für noch mehr Plastizität, habe ich die Schnautze aus Silbernen Perlen gemacht und im Rand des Kopfes ein wenig silber und Rosa Perlen gemischt.
Wenn nun allesgefüllt ist, muss der Faden nicht abgeschnitten werden. Schließlich braucht das Teil noch einen Abschluss.
Als nächstes schneidet ihr das ganze aus, lasst aber etwas Rand stehen. Etwa so:
Weil man es so aber nicht lassen kann, ohne sich vor dem Fadenchaos auf der Rückseite zu gruseln, zeichnet ihr die Umrisse auf ein weiteres Stück Kunstleder. Achtet darauf, dass das ganze Links auf Links liegt.





Und schneidet die Rückseite aus.
Dann habt ihr zwei solch zauberhafte Stücke ;)
Jetzt kommt es darauf an, was ihr machen wollt. Einen Kettenanhänger, eine Brosche, eine Haarspange?
Ich habe wieder eine Haarspange gemacht. Das geht so:


Ihr legt die Klammer dort auf die Rückseite, wo sie später sitzen soll und markiert 4 Stellen. Eine dort, wo man später drückt und die restlichen drei vorn am Schnabel verteilt. Was das für einen Sinn hat, werdet ihr gleich feststellen.
Die markierten Stellen schneidet ihr senkrecht ein und schiebt dann die Klammer hinein.


Hier sieht man, wie durch die Schlitze die Klammer gehalten wird. Außerdem liegen beide Enden unter dem Kunstleder und können sich so beim späteren Tragen nicht in euren Haaren verfangen :)
Als nächtest kommt mein Freund die Pattextube wieder zum Zug

Ihr schmier damit die Rückseite des bestickten Teils ein, wartet etwas und klebt dann Vorder und Rückseite zusammen. Durch den Kleber werden die Fäden des Stickwerks noch einmal besser gehalten und die Vorderseite bekommt schon einmal Verbindung zur Rückseite.
Das ist aber noch zu unsicher und sieht nicht gut aus.
Wie eben schon angekündigt, wird der Rand nun noch einmal eingefasst.

Ich nehme dazu sehr kleine Perlen, damit der Rand nicht zu breit wird.
Der Faden baumelt noch mit der Nadel aus der Vorderseite? Perfekt! Ihr fädelt euch bis zum Rand vor, stecht knapp neben der Kontur nach unten durch und so nah wie möglich wieder nach oben durch. Dann nehmt ihr drei Perlen auf, schiebt sie ans Kunstleder und stecht genau nach der letzten Perle nach unten. Beim Rückstich würde man nun wieder ein Stück nach hinten gehen... das machen wir diesmal nicht. Ihr stecht so nah wie möglich wieder durch das Austrittsloch und zieht den Faden an. Nun fädelt ihr zurück durch die letzte Perle und zieht den Faden an. Dadurch legt sich die 3. Perle auf die Seite, wärend Perle 1 und 2 stehen. Danach nehmt ihr wieder 3 Perlen auf, stecht nach der letzten nach unten, kommt an der gleichen Stelle wieder raus, fädelt durch die letzte Perle, nehmt wieder drei auf....und so weiter.
Wenn der Rand eingefasst ist, sollte es in etwa so aussehen
Diese Einfasstechnik hat den enormen Vorteil, dass sie sehr sehr wenig Perlen und Garn verbraucht und so Vorder- und Rückseite zusammenhält, dass kaum etwas davon zu sehen ist.
Anschließend vernäht ihr den Faden, schneidet den Rand einfach sauber ab und achtet darauf, dass ihr nicht versehentlich das Garn dabei zerschneidet.

Die Rückseite sollte am Ende etwa so aussehen

Je nach Material werden nichteinmal die Einstichlöcher zu sehen sein.

Und tadaaaaaa, FERTIG!


Ich hoffe, ihr konntet das alles soweit verstehen. Sollten noch Fragen offen sein, schreit einfach.
Ihr könnt die Anleitung natürlich gerne benutzen, dazu ist sie da. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn ihr ein kleines Zeichen setzt und mich dann auch verlinkt ;)

XOXO

Kommentare:

  1. Mir fällt nur ein Wort ein: WOW!
    Tolle Erklärung! Jetzt habe ich richtig Lust auch einmal sowas zu machen!!

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  2. ich brauche jetzt peeeeeeeeeeeeeeerleeeeeeeeeeeeeeen *.*

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  3. Das ist süß... und so ordentlich gemacht. =)

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  4. Ich danke dir so sehr für das schöne und ausführliche Tutorial!!! Ich werde mich nun auch mal an so einem Flügeldesign versuchen. :-)

    Vielen lieben Dank für die Mühe die du hier hineingesteckt hast!!!

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  5. Klasse!!!!!!!!!! Wenn du nichts dagegen hast, würde ich diese Anleitung gern im bastelforum.de im Perlenbastelnthread posten.
    lg, die Perlenzwerge

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  6. Ooooh, das sieht ja wirklich toll aus! Und so unglaublich sauber und ordentlich gearbeitet - großes Kompliment!
    Ich glaube, dass muss ich am Wochenende gleich mal ausprobieren! =)

    Liebste Grüße,

    tanja.

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